
Gleichzeitig unterstützte
null361.de auch die Graffiti-Szene,
die in vielen Teilen Ostdeutschlands eine besondere Dynamik entwickelte.
Die Website listete zahlreiche Graffiti-Künstler und Crews auf, wie etwa 25, TRC, 135, NSC, COU, BA, MBH, SRL, MONO, DION, VCR.. – all diese Namen sind untrennbar mit der Geschichte von
null361.de
und der ostdeutschen Graffiti- und Hip-Hop-Kultur verbunden. Die Seite ermöglichte es den Graffiti-Künstlern, ihre Werke und ihre Botschaften
zu verbreiten, wodurch sie einen festen Platz in der Szene fanden.
Immer wieder tauchten auch rechtliche Fragen auf – oder zumindest solche, die in diese Richtung gingen. Besonders die
AG Graffiti hätte nur zu
gern gewusst, woher all das Bildmaterial stammte und wie es so schnell in unseren Besitz gelangte.
Damals lief das mit E-Mails noch nicht wirklich rund: Fotos mit 5MB zu verschicken dauerte ewig – und war vermutlich auch damals schon nicht ganz ungefährlich.
Die meisten Provider setzten Größenlimits von 2–5MB, manche sogar noch darunter.
Leute, eine wilde Zeit war das: Übergaben fanden in Läden, Kellern oder sogar in Straßenbahnen statt. Umschläge mit "an null361" lagen plötzlich
auf den Tresen vom Jay Bo und Organge Jungle und wir sammelten diese ein. Dann wurde die ganze Nacht gescannt, bearbeitet und BUMS.. waren sie auch schon online.
Für selbstgeschossene Bilder musste man sich bei der Entwicklung im Drogeriemarkt kreative Namen ausdenken, damit die Tüte nich plötzlich Beine bekam: Grüße an
GRetchen
A.
Funk!
Wir danken Euch von Herzen für das Vertrauen, das Ihr uns entgegengebracht habt. Uns ist bewusst, welches Risiko Ihr damit eingegangen seid. Und Ihr wisst: wir haben Euch niemals enttäuscht.
Nicht selten hatten wir das Gefühl, dass der forschende Blick von AG-Leiter Diethelm Polixa (hinten rechts) und seinem Team uns im Nacken saß.